Archive für 25.7.2010

Entdeckt: Budapest

Der Reiseführer von Budapest enthält ein sehr interessantes Museum für Perlenfans, das Museum of Ethnography (Völkerkundemuseum).

Genauer: Néprajzi Mùzeum, Kossuth Lajos tér 12 gegenüber vom Parlamentsgebäude, www.neprajz.hu

Die Ausstellungen befinden sich in der 1. Etage des mächtigen ehrwürdigen Museums. Im Raum 1 des Rundgangs sind Volkstrachten aus verschiedenen Regionen und Zeiten Ungarns präsentiert. Mein Schwerpunkt lag natürlich auf Perlen. Und tatsächlich fanden sich Verzierungen aus Perlen. Bei Trachten ab Ende des 18. Jahrhunderts wiesen die breiten Ledergürtel der Männer kleine bunte Perlen auf. Die Perlenarbeiten waren in Peyote gearbeitet und auf das feste Leder aufgesetzt.

Frauengürtel zeigten Perlenarbeiten mit Knöpfen auf Stoff. Einige Halsketten aus dem 19. Jahrhundert waren in kleiner (mit drei Perlen) Netztechnik mit wohl tschechischen Perlen und größeren Röhren gefädelt. Die größere Netztechnik (mit 5 oder 7 Perlen) ließ sich auch bei einem Halsschmuck entdecken. Ein Halsschmuck fiel besonders auf, denn viele, viele Perlenstränge bedeckten den ganzen Hals.

Überhaupt waren die Festtagstrachten der Männer wie Frauen sehr farbenfroh und mit Blumenmotiven, Häkeleien, Bändern, Bordüren, Metallfäden, Spitzen, Filz und Pailetten über und über verziert. Es fiel grober bestickter Filz auf. Die Trachten wurden von der Landbevölkerung getragen, Großgrundbesitzer und Städter kleideten sich nach europäischer Mode.

Während des Rundgangs fielen schwere Umhänge aus Schafshäuten auf, die aufwendig mit feinen Stickereien bedeckt waren.

Diese Ausstellung gibt einen sehr guten Über- und Einblick in das harte Leben und Arbeiten des ländlichen Ungarns.

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