Archive für Mai 2009

Klosterstickerei mit Flussperlen - Lüneburg

Bei einem Besuch des Textilmuseums im Kloster Lüne entdeckte ich eine wunderschöne Stickerei mit winzigkleinen Flussperlen verziert. Es handelte sich um einen sogenannten Fürleger. Fürleger sind verzierte schmale Stoffstreifen für die Oberkante des Altares zum Verdecken der Befestigung des Altarbehanges. “Der gegen Ende des 15. Jahrunderts entstandene Streifen ist vermutlich nicht von Nonnenhand, sondern in einer professionellen Werkstatt möglicherweise in Braunschweig oder Göttingen gestickt worden. Von Leinengrund gestützter roter Samt ist mit großen Rosetten aus Flußperlen, Goldfäden, grünen Seidentupfen, Halbedelsteinen und einer silbernen, blau emaillierten Mittelblüte bestickt. Die silbervergoldeten dreieckige Schmuckbleche zwischen den Rosetten tragen ebenfalls Perlen und blau emaillierte Silberplättchen. Aus Perlen und gebogenen Schmuckblechen bestehen die beiden Rahmenleisten. Silbervergoldete Schmuckbleche mit Perlrand sitzen auf den ehemals roten Seidenborten.” Eine beeindruckende Arbeit, weil die Flussperlen nicht größer sind als cirka zwei Millimeter. Ein lohnenswerter Besuch.

Quelle: Pietsch, Christian: Kloster Lüne, Textilmuseum im Evangelischen Damenstift, Kunsterverlag Weick, Passau

Runder Kelchuntersatz im Kloster Lüne - Lüneburg

“Im typischen Misch- und floralen Dekorationsstil der Mitte des 19. Jahrhunderts ist ein runder Untersatz für einen Abendmahlskelch gestickt. Die auf Pappe aufgezogene und zum Teil mit Samt unterlegene Stickerei besteht aus Perlen, Schmucksteinen und Goldfäden. Bemerkenswert ist der Untersatz nicht nur als Beispiel für eine Handarbeit aus der Zeit der aufblühenden Maschinenstickerei. Interessant ist auch seine Herkunft. Er ist ein Geschenk der letzten hannoverschen Königin Marie (1851-1866) an das Kloster und wahrscheinlich auch von ihr selbst gestickt.”

Quelle: Pietsch, Christian: Kloster Lüne, Textilmuseum im Evangelischen Damenstift, Kunstverlag Weick, Passau

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